"Immer verbunden..."

 

 

Pater Dr. theol Paul Vautier:

"Ich denke, wir können keine Religion wegen ein paar Sätzen in der Heiligen Schrift abqualifizieren. In unserer Bibel gibt es ähnliches... sehr grausames. Es gibt auch in allen Religionen verschiedene Strömungen und meistens in einer konkreten Religion ein Gemisch von alter Kultur und religiösen Impulsen. Alle die Dinge, die sie da nennen, (Die Diskussion entbrannte zwischen uns nach der Regensburger Aussage unseres Papstes über die Muslime.), gab es über Jahrhundete im Christentum auch. Ecclesia semper reformanda. Der Mensch bleibt widersprüchlich und neigt immer dazu, für seine Wünsche und Vorstellungen religiöse Legitimationen zu suchen - und er "findet" sie dann auch. Und oft sind Verbesserungen in einer Linie extrem oder sie verheiraten sich wieder mit anderen Schiefheiten. Die Geschichte der Frauenemanzipation, auch in Europa, kann hier viele Liedlein singen, und wohin diese "Oper" geht, ist noch nicht ausgemacht.

Auf der anderen Seite gibt es in jeder Religion tiefreligiöse Menschen, die versuchen aus den spirituellen Grundimpulsen zu leben  und so auch die Ungerechtigkeiten und die kulturellen Verzerrungen  überwinden helfen.

22.09.06

 

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„Bestände die Liebe Gottes nicht, wäre die abhängige Welt in Dunkel gehüllt;

bestände die Liebe Gottes nicht, wären die Herzen der Menschen tot und der Lebensgefühle beraubt;

bestände die Liebe Gottes nicht, wäre die geistige Verbindung verloren;

bestände die Liebe Gottes nicht, würden Ost und West sich nicht wie zwei Liebende umarmen;

bestände die Liebe Gottes nicht, würde das Licht der Einheit die Menschheit nicht erleuchten;

bestände die Liebe Gottes nicht, würden Spaltung und Uneinigkeit nicht in Brüderlichkeit verwandelt;

bestände die Liebe Gottes nicht, würde Gleichgültigkeit nicht in Zuneigung enden;

bestände die Liebe Gottes nicht, würde der Fremde nicht zum Freunde werden.

Die Liebe der menschlichen Welt leuchtet aus der Liebe Gottes hervor und erscheint durch die Gnade und Güte Gottes.

Text von Baha’u’llah

 

 

 

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Aus dem Buch „Verborgene Worte“ von Baha’u’llah:

 

O Sohn des Menschen!

Der Tempel des Seins ist Mein Thron, reinige ihn von allem, denn dort will Ich wohnen und dort will Ich bleiben.

 

O Sohn des Seins!

Dein Herz ist Meine Wohnstatt; heilige es für Mein Kommen. Dein Geist ist der Ort Meines Erscheinens ; läutere ihn für Meine Offenbarung.

 

O Sohn des Staubes!

Werde blind, damit du Meine Schönheit schauest, werde taub, damit du den lieblichen Klang Meiner Stimme hörest. Lege alle Gelehrsamkeit ab, damit du an Meinem Wissen teilhabest. Löse dein Herz vom Besitz, damit du aus dem Meer Meines ewigen Reichtums einen unvergänglichen Anteil gewinnest. Werde blind, das heisst für alles ausser Meiner Schönheit. Werde taub für alles ausser Meinem Worte. Lege alle Gelehrsamkeit ab ausser dem Wissen von Mir, damit du mit klarem Auge, reinem Herzen und wachem Ohr den Hof meiner Heiligkeit betrittst.

 

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Heute habe ich folgenden Text von Baha’u’llah gelesen:
 
 
Desgleichen bedarf die Rede der Mässigung; ohne sie ist der Hörer ausserstande, die Rede zu ertragen, vielmehr bekundet er von Anfang an Widerspruch. Und die Mässigung wird dadurch erlangt, dass man die Rede mit den Zeichen göttlicher Weisheit mischt, wie sie in den heiligen Büchern und Sendbriefen verzeichnet sind. Wenn eines Menschen Rede dergestalt in ihrer Wesenheit mit diesen beiden Grunderfordernissen ausgestattet ist, wird sie sich als ungemein wirksam erweisen und das beste Mittel für die Wandlung der Menschenseelen sein. Das ist die Stufe höchsten Sieges und himmlischer Herrschaft.
Wer sie erreicht, ist mit Macht belehnt, die Sache Gottes zu lehren und der Menschen Herzen und Gemüter zu besiegen.

 

 

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Abdu’l-Baha sagt.

 

Sieh nicht auf deine Schwäche, nein, vertraue auf die Kraft des Heiligen Geistes.

Wahrlich, er macht die Schwachen stark, den Geringen mächtig, das Kind mündig…..

und den Kleinen gross!

 

 

 

 

Sorge dich nicht,

hetze dich nicht ab für die Dinge dieser Welt!

Folge stetig der Führung Gottes.

Sein Reich als Ziel hier wie dort vor Augen tragend.

Bei Ihm, in Ihm, durch Ihn bist du immer und überall geborgen!

(Aus Sonne der Wahrheit)

 

 

O Sohn des Geistes!

 

Mit den Händen der Macht erschuf Ich dich,

mit den Fingern der Kraft formte Ich dich,

und ich legte in dich Mein strahlendes Leuchten.

Begnüge dich damit und suche nichts anderes,

denn Mein Werk ist vollkommen und Mein Gebot bindend.

Sei dessen gewiss und zweifle nicht

(Baha’u’llah)

 

 

Nicht einen Augenblick seid ihr allein.

Keine Sekunde seid ihr verlassen….

Die Herrlichkeit Gottes ist mit euch.

(Abdu’l-Baha)

 

 

 

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Ideale, aus denen die Grossmutter von Pater Paul, lebte!

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„Lasst eure Gedanken fest auf das gerichtet sein, was das Glück der Menschheit wiederherstellen und der Menschen Herzen und Seelen heiligen wird.“

Baha’u’llah

 

 

 

 

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„Die Welt ist aus dem Gleichgewicht geraten durch die Schwungkraft dieser grössten, dieser neuen Weltordnung.

Das geregelte Leben der Menschheit ist aufgewühlt durch das Wirken dieses einzigartigen, dieses wundersamen Systems, desgleichen kein sterbliches Auge je gesehen hat.“

 

 „Die erste, vornehmste den Menschen vorgeschriebene Pflicht nächst der Anerkennung Dessen, der die Ewige Wahrheit ist, ist die Pflicht der Standhaftigkeit in Seiner Sache. Halte dich daran und gehöre zu denen, deren Sinn fest auf Gott gerichtet und gegründet ist. Keine Tat, wie verdienstvoll sie auch sei, lässt sich jemals mit der Standhaftigkeit vergleichen. Sie ist der König aller Taten, und dein Herr, der Allerhöchste, der Machtvollste, wird dies bezeugen.“

 

(Beide Zitate aus dem Buch Ährenlese von Baha’u’llah)

 

 

 

 

 

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Aus dem Lehrbuch „Gemeinsam einen Pfad des Dienens gehen“

„Der Brunnquell göttlicher Grossmut strömt ohne Unterlass, aber wir müssen dürsten nach den Wassern des Lebens. Wo kein Durst ist, kann das heilbringende Wasser nicht lindern. Solange die Seele keinen Hunger verspürt, wird die köstliche Nahrung von der himmlischen Tafel nicht sättigen. Wo die Augen der Wahrnehmung nicht geöffnet werden, kann das Leuchten der Sonne nicht bezeugt werden. Ehe die Nase nicht rein ist, wird sie den Duft aus dem göttlichen Rosengarten nicht atmen. Wo das Herz nicht von Sehnsucht erfüllt ist, werden die Gnadengaben des Herrn nicht offenbar. … Wenn ein Ozean heilbringendes Wasser wogt, wir aber nicht durstig sind – was nützt es uns? Wenn die Kerze entzündet ist, wir aber keine Augen für sie haben – wie kann sie uns erfreuen? Wenn wohlklingende Hymnen zum Himmel emporsteigen, wir aber das Gehör verloren haben – wie können wir daran Gefallen finden?“

(Abdu’l-Bahá, The Promulgation of Universal Peace)

 

 

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Das dritte Prinzip Baha’u’llahs lautet:

 

 

Religion sollte Liebe und Zuneigung hervorrufen

 

Die Religion sollte alle Herzen vereinen und Krieg und Streitigkeiten auf Erden vergehen lassen, Geistigkeit hervorrufen und jedem Herzen Licht und Leben bringen. Wenn die Religion zur Ursache von Abneigung, Hass und Spaltung wird, so wäre es besser, ohne sie zu sein, und sich von einer solchen Religion zurückzuziehen, wäre ein wahrhaft religiöser Schritt. Denn es ist klar, dass der Zweck des Heilmittels die Heilung ist, wenn aber das Heilmittel die Beschwerden nur verschlimmert, so sollte man es lieber lassen. Jede Religion, die nicht zu Liebe und Einigkeit führt, ist keine Religion. Die heiligen Propheten waren alle gleichsam Seelenärzte, sie gaben Rezepte, um die Menschheit zu heilen. Darum stammen alle Mittel, die zu Erkrankungen führen, nicht vom grossen und höchsten Arzt.

 

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Das vierte Prinzip Baha’u’llahs lautet:

 

 

Einheit von Religion und Wissenschaft

 

Wir mögen die Wissenschaft als einen Flügel und die Religion als den anderen Flügel betrachten. Der Vogel braucht zwei Flügel, um fliegen zu können, einer allein wäre zwecklos. Jede Form von Religion, die der Wissenschaft nicht entspricht oder sich zu ihr im Gegensatz befindet , ist gleichbedeutend mit Unwissenheit, denn Unwissenheit ist der Gegensatz von Wissen.

Eine Religion, die nur aus vorurteilsvollen Riten und Bräuchen besteht, ist nicht die Wahrheit. Lasst uns ernstlich danach streben, zu Werkzeugen der Vereinigung von Religion und Wissenschaft zu werden.

Ali, der Schwiegersohn Muhammads, sagte: „Was mit der Wissenschaft übereinstimmt, ist auch mit der Religion in Einklang.“ Was immer die Intelligenz des Menschen nicht zu begreifen vermag, sollte auch von der Religion nicht angenommen werden. Die Religion geht mit der Wissenschaft Hand in Hand, und jede Religion, die der Wissenschaft widerspricht, ist nicht die Wahrheit.

 

 

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Das fünfte Prinzip Baha’u’llahs lautet:

 

 

Vorurteile der Religion, der Rasse oder der politischen Zugehörigkeit zerstören die Grundlagen der Menschheit.

 

 

Alle Spaltungen in der Welt, Hass, Krieg und Blutvergiessen, werden durch das eine oder andere dieser Vorurteile hervorgerufen.

Die ganze Welt muss als ein einziges Land betrachtet werden, alle Völker als e i n  Volk und alle Menschen als Angehörige e i n e r Rasse. Religionen, Rassen und Nationen sind alle nur Trennungen, die der Mensch gemacht hat, und nur in seinem Denken nötig. Vor Gott gibt es weder Perser, noch Araber, Franzosen oder Engländer, denn Gott ist ihrer aller Gott, und für Ihn gibt es nur e i n e Schöpfung. Wir müssen Gott gehorchen und danach streben, Ihm zu folgen, indem wir alle unsere Vorurteile hinweg tun und der Erde Friede bringen.

 

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Das sechste Prinzip Baha’u’llahs ist:

 

 

Gleiche Daseinsmöglichkeiten

 

Jedes menschliche Wesen hat das Recht zu leben, alle haben Anrecht auf Ruhe und auf ein gewisses Mass von Wohlstand. Wenn ein Reicher auf seinem Schloss in Üppigkeit und grösster Behaglichkeit zu leben vermag, so sollte auch der Arme so viel erhalten können, dass er leben kann. Niemand dürfte Hungers sterben, jeder müsste ausreichend Kleidung haben. Es dürfte keiner im Übermass leben, während andere keine Daseinsmöglichkeit besitzen.

Lasst uns mit unserer ganzen Kraft versuchen, bessere Verhältnisse zu schaffen, so dass keine Seele hilflos ist.

 

 

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Das achte Prinzip (von elf) Baha’u’llahs ist:

 

Der Weltfrieden

 

 

Die Völker und Regierungen aller Länder müssen einen obersten Gerichtshof wählen, in dem Mitglieder der einzelnen Länder und Regierungen in Einigkeit tagen. Alle Streitfragen sollen vor dieses Gericht gebracht werden, dessen Aufgabe die Verhütung von Kriegen ist.

 

 

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Das neunte Prinzip Baha’u’llahs lautet:

 

 

Dass sich die Religion nicht mit politischen Fragen befassen sollte

 

 

Die Religion befasst sich mit geistigen Fragen, die Politik mit weltlichen Angelegenheiten. Die Religion hat es mit der Gedankenwelt zu tun, während das Gebiet der Politik zum Bereich der äusseren Gegebenheiten gehört.

Die Aufgabe der Geistlichkeit liegt in der Erziehung des Volkes, in seiner Unterweisung, Beratung und Bildung, damit es geistig wachse. Mit politischen Fragen hat sie nichts zu tun.

 

 

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Das zehnte Prinzip Baha’u’llahs ist:

 

  

Bildung und Erziehung der Frauen

  

 

Die Frauen sind mit den Männern auf Erden gleichberechtigt. Für die Religion und die Gemeinschaft stellen sie einen sehr wichtigen Bestandteil dar. Solange den Frauen die höchsten Möglichkeiten verschlossen bleiben, werden sie ausserstande sein, die Bedeutung zu erlangen, zu der sie fähig wären.

 

 

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Das elfte Prinzip Baha’u’llahs bezieht sich auf:

 

 

 

Die Macht des Heiligen Geistes, durch den allein eine geistige Entfaltung möglich ist

 

 

Nur durch den Odem des Heiligen Geistes ist geistige Entfaltung möglich. Wie sehr die materielle Welt sich auch entwickeln und wie prächtig sie sich schmücken mag, so wird sie doch stets leblos bleiben, solange nicht die Seele in ihr ist; denn es ist die Seele, die dem Körper Leben gibt. Der Körper an sich hat keine wirkliche Bedeutung. Ohne die Segnungen des Heiligen Geistes hätte der stoffliche Körper keine Regung.

 

 

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Himmlische Vollkommenheiten werden nicht ohne Opfer erworben. Das Geheimnis des Opfers ist, auf das zu verzichten,was uns gehört, um das zu bekommen, was Gott gehört.

 

Abdu’l-Baha erklärt uns das Geheimnis des Opfers mit dem Beispiel eines Eisens, das man ins Feuer wirft. Das Eisen ist grau, kalt und hart.

Es muss diese Eigenschaften aufgeben, um die Eigenschaften des Feuers anzunehmen – rot, heiss und flüssig zu werden. Opfer beinhaltet, dass

man sich von Dingen trennt, an denen man hängt, und deshalb Schmerz bereitet. Doch für das wissende Herz ist der Schmerz süss, denn er ist Träger wahrer Freude.

 

Foto: Kopie von Tuggener oder Man Ray

 

 

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Zitat von Abdu’l-Baha:

 

„….schaut auf mich, folgt mir nach, seid wie ich bin, denkt nicht an euch selbst oder euer Leben; ob ihr esst oder schlaft, ob ihr es behaglich habt, ob es euch gut geht

oder schlecht, ob ihr gesund seid oder krank, mit Freund oder Feind seid, ihr Lob oder Missfallen erntet, achtet all dieser Dinge nicht. Schaut auf mich und seid wie ich bin;

lasst euer Selbst sterben und alles Irdische in euch, dann werdet ihr wiedergeboren werden und in das Himmlische Reich eintreten. Seht wie die Kerze ihr Licht gibt: Tropfen

um Tropfen gibt sie ihr Leben dahin, um ihre Flamme des Lichtes zu spenden.“

 

„Nähe zu Gott verlangt Selbstaufopferung, Loslösung und völlige Hingabe an Ihn. Gottnähe heisst: Ihm ähnlich sein.“

 

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Hauskapelle im Altersheim

*Gladys Vautier - Moos

3.01. 63 im Alter von 88,1,3

wohnhaft gewesen an der Theaterstrasse 10, Zürich

beigesetzt: 8.1.1963

im Sihlfeld A, Erdbestattungs-Reihengrab Nr. 7190 im jetztigen Mustergrabfeld

(Auskunft: meinrad.huber@zuerich.ch)

 

 

 

 

„Begeht nichts, was den klaren Fluss der Liebe verschmutzt oder den süssen Duft der Freundschaft tilgt.

Bei der Gerechtigkeit des Herrn! Ihr seid erschaffen, einander Liebe zu bezeigen, nicht Eigensinn und Groll.

Seid nicht stolz auf eure Eigenliebe, sondern auf die Liebe zu euren Mitgeschöpfen.

Rühmt euch nicht der Liebe zu eurem Vaterland, sondern der Liebe zur ganzen Menschheit.

Lasst eure Augen keusch,

eure Hand getreu,

eure Zunge wahr

und euer Herz licht sein.

Setzt nicht die Stufe der Gelehrten in Bahá herab und schmälert nicht den Rang solcher Herrscher,

die Gerechtigkeit zwischen euch üben.

Vertraut auf die Heerschar der Gerechtigkeit,

legt den Harnisch der Weisheit an,

schmückt euch mit Vergebung und Barmherzigkeit

sowie mit allem,

was den Begünstigten Gottes das Herz erfreut“.

Bahá’u’lláh, Botschaften aus Akka

 

 

 

 

Abdu’l-Baha sagt:

 

„Zu Beginn seines Erdenlebens war der Mensch ein Embryo im Mutterschosse.

Dort erhielt er die Fähigkeiten und Gaben, die er für sein irdisches Leben braucht.

Die auf dieser Welt erforderlichen Triebe und Kräfte wurden ihm in jenem begrenzten

Zustand verliehen.

Er braucht Augen in dieser Welt, er erhielt sie vorgebildet in jener anderen.

Er braucht Ohren, dort erhielt er sie, fertig und bereit für sein neues Dasein. Die Kräfte,

die er in diesem Dasein braucht, wurden ihm im Mutterschosse zuteil…“

 „Auf dieser Welt muss er sich auf das jenseitige Leben vorbereiten.

Hier muss er das erwerben, was er in der Welt des Königreiches braucht.

Wie er sich im Mutterschosse auf das Leben in dieser Daseinssphäre vorbereitete,

indem er die erforderlichen Kräfte erwarb, so müssen auch die zum göttlichen Dasein

unerlässlichen Kräfte ihrer Anlage nach in dieser Welt erworben werden.“

 

Seegartenstrasse 14, Zürich.

Hier wohnte Granny bevor sie an die Theaterstrasse 10 zügelte...

Sie wohnte im Parterre dieses Hauses, das nur eine Minute vom See entfernt ist.

Das Wohngebiet heisst auch Seefeld.

Blick zum See  und Üetliberg

 

 

 

 

 

Ein Text von Abdu’l-Baha

 

Als erstes musst du nach Geistigkeit dürsten,

dann lebe das Leben! Lebe das Leben! Lebe das Leben!

Um diesen Durst zu bekommen denke nach über das Leben nach dem Tode.

studiere die heiligen Worte, lies die Bibel, lies die heiligen Bücher und

studiere besonders die heiligen Aussagen Baha’u’llahs.

Gebet und Meditation, nimm Dir für beides viel Zeit.

Dann wirst du diesen grossen Durst spüren, und nur

dann kannst du anfangen,

das Leben zu leben.

 

Foto: Kopie von Tuggener oder Man Ray

 

Aus „Ansprachen in Paris“ von Abdu’l-Baha

1. November 1911

 

 

 

Heute ist in Paris ein Tag der Freude. Man begeht das Fest „Aller Heiligen“. Weshalb wohl meint ihr, dass man diese Menschen „Heilige“ genannt hat? Das Wort hat eine sehr greifbare Bedeutung. Ein Heiliger ist jemand, der ein Leben der Reinheit führt, jemand, der sich von aller menschlichen Schwäche und Unvollkommenheit befreit hat.

Im Menschen sind zwei Naturen: seine geistige oder höhere und seine materielle oder niedere Natur. In der einen nähert er sich Gott, wogegen er in der anderen nur der Welt lebt. Von beiden Naturen finden sich im Menschen Zeichen. In seiner materiellen Art bringt er Lüge, Grausamkeit und Ungerechtigkeit zum Ausdruck, die alle seiner niederen Natur entspringen. Die Eigenschaften seiner göttlichen Natur erscheinen als Liebe, Erbarmen, Güte, Wahrheit und Gerechtigkeit, und sie sind eine wie die andere Ausdruck seines höheren Wesens. Alles gute Gebaren, jeder edle Zug gehört der geistigen Natur des Menschen an, wogegen alle seine Unzulänglichkeiten und bösen Taten aus seiner materiellen Wesensart heraus geboren werden. Überwiegt bei einem Menschen die göttliche Natur gegenüber der menschlichen, so haben wir einen Heiligen.

Der Mensch hat die Kraft zum Guten wie auch zum Bösen. Wenn die Kraft zum Guten vorherrscht und seine Neigungen zum Unrecht überwunden werden, mag der Mensch mit Recht als Heiliger bezeichnet werden. Doch wenn er stattdessen das, was Gottes ist, verwirft und seine üblen Leidenschaften über sich siegen lässt, ist er nicht besser als die Tiere.

Heilige sind Menschen, die sich von der Welt des Stoffes freigemacht und die Sünde überwunden haben. Sie leben in der Welt, sind aber nicht von ihr, weil ihre Gedanken dauernd in der Welt des Geistes weilen. Sie verbringen ihr Leben in Heiligkeit, und ihre Taten zeigen Liebe, Gerechtigkeit und Frömmigkeit. Sie werden aus der Höhe erleuchtet und sind wie hellscheinende Lampen in den dunklen Plätzen der Erde.

Das sind die Heiligen Gottes. Die Apostel, die Jünger Christi, waren genau wie andere Menschen. Gleich den übrigen wurden sie durch weltliche Dinge angezogen, und jeder dachte nur an seinen eigenen Vorteil. Sie wussten nur wenig von Gerechtigkeit und man fand bei ihnen keine göttlichen Vollkommenheiten. Als sie aber Christus anhingen und an ihn glaubten, wich ihre Unwissenheit der Einsicht, die Härte wurde in Gerechtigkeit, die Unwahrheit in Wahrheit und die Dunkelheit in Licht verwandelt. Sie waren Kinder der Finsternis gewesen und wurden Gottessöhne, Heilige!

Gott sandte Seine Propheten in die Welt, um den Menschen zu belehren und zu erleuchten, ihm das Geheimnis der Macht des Heiligen Geistes zu erklären und ihn zu befähigen, das Licht zu spiegeln, so dass er seinerseits zur Ursache der Recht-

leitung für andere werde. Die Himmlischen Bücher, die Bibel, der Qur’an und die übrigen Heiligen Schriften wurden von Gott als Wegweiser auf dem Pfad zu göttlicher Tugend, Liebe, Gerechtigkeit und Frieden dargeboten.

Darum sage ich euch: bemüht euch, die Ratschläge dieser gesegneten Bücher zu befolgen, und auf diese Weise euer Leben so zu ordnen, dass ihr getreu den gegebenen Beispielen zu Heiligen des Höchsten werdet!   

 

 

 

 

Das Wort Gottes ist eine Lampe, deren Licht der Satz ist: ihr seid die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges.

Verkehrt miteinander in inniger Liebe und Eintracht, in Freundschaft und Verbundenheit.

Er, die Sonne der Wahrheit, bezeugt Mir: So machtvoll ist das Licht der Einheit, dass es die ganze Erde erleuchten kann.

Der eine, wahre Gott, der alle Dinge kennt, bezeugt die Wahrheit dieser Worte.

Baha’u’llah, aus dem Buch Ährenlese

 

 

Hier, wenn Du magst noch ein Zitat aus dem Kapitel, Tutor werden.

„Neben diesen Verordnungen ermahnt Baha’u’llah Seine Anhänger, mit den Angehörigen aller Religionen ohne Unterschied in Freundschaft und Eintracht  zu verkehren,

warnt sie vor Fanatismus, Aufruhr, Hochmut, Zank und Wortstreit,

verpflichtet sie zu makelloser Reinheit, absoluter Wahrhaftigkeit, unantastbarer Keuschheit, Vertrauenswürdigkeit , Gastfreundlichkeit , Treue,

Höflichkeit, Nachsicht, Gerechtigkeit und Redlichkeit.

Er rät ihnen, sich zu verhalten wie „die Finger einer Hand und die Glieder eines Körpers“, ruft sie auf, sich zu erheben und Seiner Sache zu dienen,

und versichert sie seines unverbrüchlichen Beistands.“

Baha’u’llah, aus Ährenlese

 

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Im Altersheim Klus wohnte Gladys Vautier nur kurz und verstarb am 3. Januar 1963

Das Altersheim wurde damals von den Kreuzschwestern geleitet.

 

 

 

Gottesliebe und Gottesfurcht,

so das Kapitel in unserem Lehrbuch.

 

Es gibt ein sehr wesentliches Charakteristikum der Liebe, das wir alle verstehen müssen. Liebe wird immer von Furcht begleitet. Dies bedeutet nicht, dass wir diejenigen fürchten, die wir lieben. Was wir fürchten, ist entweder den Verlust unserer Geliebten oder den Verlust ihrer Liebe. So müssen wir, ausser der Gottesliebe auch die Gottesfurcht in unseren Herzen haben – die Furcht, dass unsere Taten, unsere Fehler verhindern, dass die Liebe Gottes uns erreicht. Das bedeutet nicht, dass unsere Taten Gott davon abhalten werden, uns zu lieben, denn Seine Liebe ist unendlich  und regnet daher unaufhörlich auf die Menschen herab. Aber unsere Taten können Hindernisse werden, so dass Seine Liebe uns nicht erreichen kann. (Eine Erklärung der Begriffe „Gottesliebe und Gottesfurcht“)

 Zitat:

 Denn Gottesliebe und geistige Anziehung reinigen und heiligen des Menschen Herz; sie kleiden und schmücken  es mit dem makellosen Gewand der Heiligkeit. Und wenn das Herz ganz dem Herrn zugewandt ist, wenn es der Gesegneten Vollkommenheit (Bahá’u’lláh)  verpflichtet ist, dann wird die Gnade Gottes offenbar. Diese Liebe kommt nicht vom Leibe, sondern ganz aus der Seele. Und Seelen, deren inneres Sein von der Liebe Gottes erleuchtet ist, breiten sich aus wie Lichtstrahlen, leuchten wie Sterne der Heiligkeit an einem reinen, kristallklaren Himmel. Denn die wahre, wirkliche Liebe ist die Liebe zu Gott; sie ist geheiligt über menschliche Begriffe und Einbildungen.  (Abdu’l-Bahá aus Briefe und Botschaften)

 

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Der geistige Pfad

 Ziel:

 Erlangen eines gesteigerten Bewusstseins für die geistige Dynamik, die entsteht, wenn wir uns auf den Pfad des Dienens für den Glauben begeben, und Wecken eines Verständnisses für die Kräfte, die dabei am Werk sind.

 

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Zitat von Baha’u’llah:

 

„Des Menschen Vorzug liegt im Dienst und in der Tugend, nicht im Prunk des Wohllebens und des Reichtums. Habt acht, dass eure Worte rein sind von eitlem Wahn und

weltlichen Lüsten und eureTaten von List und Argwohn. Vergeudet nicht den Reichtum eures kostbaren Lebens im Verfolg böser, verderbter Neigung, noch lasst eure Mühe völlig in

der Förderung eurer eigenen Interessen aufgehen.“

 

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Zitat von Abdu’l-Baha:

 

„….dass Glück und Grösse, Rang und Stufe, Freude und Frieden eines Menschen nicht in seinem persönlichen Reichtum, vielmehr in seinem hervorragenden Charakter

seinem hehren Entschluss, seiner umfassenden Bildung und seiner Fähigkeit, schwierige Probleme zu lösen, beschlossen sind.“

 

Ein Text von Abdu’l-Baha

 

Gottvertrauen ist besser als Selbstvertrauen

 

Diese Geschehnisse (wie der Untergang der Titanic) haben tiefere Gründe. Ihr Zweck ist, den Menschen gewisse Lehren zu erteilen. Wir leben in einer Welt des Vertrauens auf materielle Dinge. Die Menschen bilden sich ein, die ungeheure Grösse und Stärke eines Schiffes, perfekte Maschinenanlagen oder die Geschicklichkeit eines Steuermanns gewährten die Sicherheit; aber diese Unglücksfälle ereignen sich zuweilen, damit die Menschen erkennen, dass Gott der wahre Beschützer ist. Wenn es der Wille Gottes ist, den Menschen zu beschützen, kann ein kleines Boot der Zerstörung entgehen, während das grösste und bestgebaute Schiff mit dem erfahrensten und geschicktesten Steuermann einer Gefahr, wie sie kürzlich das Meer barg, nicht zu entrinnen vermag. Die Absicht ist, dass die Menschen der Welt sich Gott, dem einzigen Beschützer, zuwenden, dass sich die Menschenseelen Seiner Vorsehung anvertrauen und in Ihm ihre wahre Sicherheit erkennen. Diese Dinge geschehen, damit der Glaube der Menschen grösser und stärker werde. Deshalb müssen wir, auch wenn wir traurig und entmutigt sind, Gott anflehen, dass Er unsere Herzen dem Königreiche zuwende, und für diese abgeschiedenen Seelen im Glauben an Seine unendliche Gnade beten, damit sie sich, obgleich dieses irdischen Lebens beraubt, eines neuen Daseins in den erhabenen Wohnstätten des himmlischen Vaters erfreuen mögen.

Denkt nicht, diese Worte besagten, der Mensch solle nicht gründlich und vorsichtig in seinen Unternehmungen sein. Gott hat dem Menschen Verstand gegeben, damit er sich vorsehe und selbst beschütze. Darum muss er achtsam sein und sich mit all dem versehen, was wissenschaftliches Können hervorbringt. Er muss vorsichtig, bedachtsam und gründlich in seinen Vorhaben sein, die besten Schiffe bauen und für den erfahrensten Kapitän sorgen, doch dabei Gott vertrauen und Gott als den alleinigen Erhalter ansehen. 

(aus Tablets of Abdu’l-Baha)

 

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 Annas Präsentation

(Ein Versuch der Bahai, ihren Glauben an junge Leute heranzubringen!)

Anna: Der Baha’i Glaube ist eine Weltreligion mit der Absicht, alle Rassen und Menschen in einer universalen Gemeinschaft und einem gemeinsamen Glauben zu vereinen. Baha’i sind die Anhänger Baha’ullahs, von dem sie überzeugt sind, das Er der Verheissene aller Zeitalten ist.

Wie du weißt, enthalten die Traditionen fast aller Völker die Verheissung einer friedlichen und harmonischen Zukunft auf Erden und des Wohlergehens der Menschheit. Wir Glauben, dass die verheissene Stunde gekommen ist und dass Baha’u’llah jene Persönlichkeit ist, Dessen Lehren die Menschheit befähigen werden, eine neue Welt aufzubauen. In einer Seiner Schriften sagt Baha’u’llah:

 

„Was der Herr als höchstes Mittel und mächtigstes Werkzeug für die Heilung der ganzen Welt verordnet hat, ist die Vereinigung aller ihrer Völker in einer allumfassenden Sache, einem gemeinsamen Glauben.“

 

Anna: Wenn du einverstanden bist, werde ich dir zunächst die Lehren Baha’ullahs über Gott und das Verhältnis des Menschen zu Ihm beschreiben. Baha’u’llah lehrt uns, dass Gott in seinem Wesen unergründlich ist. Das bedeutet, dass wir uns in unseren Gedanken keine Vorstellung von Gott machen sollen und Ihn uns nicht etwa als einen Mann vorstellen dürfen. Grundsätzlich kann das Erschaffene seinen Schöpfer nicht verstehen. Zum Beispiel kann ein Tisch nicht das Wesen des Tischlers begreifen, der ihn gemacht hat. Die Existenz des Tischlers ist den Objekten unbegreiflich.

 

 

2. Teil aus Annas Präsentation

 

 

Anna sagt:

Gott ist der Schöpfer aller Dinge. Er hat den Himmel und die Erde mit all ihren Bergen und Tälern, ihren Wüsten und Seen, ihren Flüssen, Weiden und Bäumen erschaffen. Gott hat die Tiere erschaffen und Gott hat die Menschen erschaffen. Baha’u’llah sagt uns, dass die Ursache unserer Erschaffung die Liebe ist. Er sagt:

 

„O Sohn des Menschen! Von Herzen wünschte Ich, dich zu erschaffen, also erschuf Ich dich. Liebe du Mich nun, auf dass Ich dich bei deinem Namen nenne und deine Seele mit dem Geist des Lebens erfülle.“

 

Anna sagt weiter: Somit umfängt Gottes Liebe unser Leben und unser Sein unablässig, obwohl Sein Wesen weit über unser Verständnis geht. Diese Liebe erreicht uns durch Seinen Ewigen Bund. Dieser Bund besagt, dass Gott uns niemals allein oder ohne Führung lässt. Jedes Mal, wenn sich die Menschheit von Ihm abwendet und Seine lehren vergisst, erscheint eine Manifestation Gottes und macht uns mit Seinem Willen und Seiner Absicht erneut vertraut.

 

Das Wort „manifestieren“ bedeutet offenbaren, enthüllen, etwas aufdecken, das zuvor nicht bekannt war. Die Manifestationen Gottes sind jene besonderen Wesen, die der Menschheit Gottes Wort und Wille offenbaren; somit antworten wir dem Ruf Gottes, wenn wir auf Sie hören. Es gibt ein Beispiel aus der materiellen Welt, das uns hilft, das Konzept der „Manifestation“ so zu verstehen, wie es von Baha’u’llah gelehrt wird. In dieser Welt ist die Sonne die Quelle aller Wärme und allen Lichtes, ohne Sonne könnte kein Leben auf diesem Planeten existieren. Dennoch steigt die Sonne selbst nicht zur Erde herab, und wenn wir versuchen würden, uns ihr zu nähern, würden wir vollständig verbrannt werden. Aber nehmen wir doch mal einen gut polierten Spiegel und richten ihn auf die Sonne. Darin sehen wir das Abbild der Sonne, und je perfekter der Spiegel poliert ist, desto perfekter wird das Abbild sein. Die Manifestationen Gottes sind wie vollkommene Spiegel, die das Licht Gottes in all seiner Pracht reflektieren. Und all diese Spiegel reflektieren das selbe Licht. Während Gott jenseits unserer Reichweite ist, kommen diese vollkommenen Wesen von Zeit zu Zeit zu uns, leben unter uns, geben uns Führung und erfüllen uns mit der nötigen Energie, damit wir uns materiell und geistig entwickeln.

 

 

 3. Teil aus Annas Präsentation

 

 Anna:

Du hast Glück, entsprechend der Lehren Gottes erzogen worden zu sein, die den Menschen vor 2000 Jahren durch Seine Manifestation, Christus, gebracht wurden, der die Stufe des Gottessohnes einnimmt. Nun kannst du die Lehren einer neuen Manifestation empfangen, Bahá’u’lláh, dessen Titel die „Herrlichkeit Gottes“ bedeutet. Somit sind Bahá’u’lláhs Lehren in völliger Übereinstimmung mit den Lehren Christi, aber sie beziehen sich auf den heutigen Zustand der Menschheit. Wenn du einen Augenblick über die Leiden der Menschheit nachdenkst, dann, bin ich sicher, stimmst du mir darin zu, dass die Zeit für das Erscheinen einer neuen Manifestation Gottes gekommen ist. Lass mich dir einen Auszug aus den Schriften Bahá’u’lláhs zitieren, in dem Er über diesen Tag spricht, an dem wir leben:

 

„Dies ist der Tag, da Gottes erhabenste Segnungen den Menschen zugeströmt sind, der Tag, da alles Erschaffene mit Seiner mächtigsten Gnade erfüllt wurde. Alle Völker der Welt haben die Pflicht, ihre Gegensätze auszugleichen und in vollkommener Einigkeit und in Frieden im Schatten des Baumes Seiner Obhut und Gnade zu wohnen.“

 

Bevor wir weitermachen, machen wir vielleicht hier erst einmal halt, damit wir deine Fragen besprechen können. Was denkst du darüber, was ich bislang gesagt habe?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anna: Die nächste Lehre Baha’u’llahs, die ich dir gerne darstellen würde, bezieht sich auf das Ziel des  Baha’i-Glaubens, nämlich die Vereinigung der Menschheit. Die Baha’i-Lehren sagen uns, dass wir die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges sind. Obwohl wir uns physisch und emotional voneinander unterscheiden, obwohl wir unterschiedliche Talente und Fähigkeiten besitzen, entspringen wir alle derselben Wurzel; wir gehören alle zur Familie der Menschheit.

 

 

Die Menschheit kann mit einem grossen Garten verglichen werden, in dem Blumen aller Formen, Farben und Düfte nebeneinander wachsen. Der Reiz und die Schönheit des Gartens liegen in seiner Vielfalt. Wir sollten den zwischen uns bestehenden Unterschieden in unseren äusseren Merkmalen, unserem Temperament, unserer Herkunft unseren Gedanken und Meinungen nicht gestatten, zu Konflikt und Auseinandersetzung zu führen. Wir sollten die Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft als wunderschöne Blumen ansehen, die im Garten der Menschheit wachsen und wir sollten uns daran erfreuen, diesem Garten anzugehören.

 

Obwohl die Einheit der Menschheit eine unleugbare Wahrheit ist, sind die Völker der Erde so weit von ihr entfernt, dass es keine leichte Aufgabe ist, sie zu vereinen. Wenn du dich entscheidest, der Baha’i-Gemeinde beizutreten – und es würde mich so freuen, wenn du das tätest – würdest du gemeinsam mit uns allen arbeiten, die Einheit aufzubauen und zu erhalten. Wir streben alle danach, unsere Gedanken und Handlungen in unserem Glauben an die Einheit der Menschheit in Übereinstimmung zu bringen. Wir sollen, wenn ein Kriegsgedanke in unseren Köpfen entsteht, ihn sofort durch einen Gedanken des Friedens ersetzen. Wenn sich ein Gefühl des Hasses in unseren Herzen entwickelt, sollen wir es sofort durch ein Gefühl der Liebe ersetzen. Wir sollen alles nur Mögliche tun, um unsere Vorurteile zu überwinden. Vorurteile hinsichtlich der Rasse, Farbe, Nationalität, Kultur, Religion und des Geschlechts gehören zu den grössten Hindernissen beim Aufbau einer besseren Welt. Viele Abschnitte in den Baha’i-Schriften lehren uns, wie wir auf dem Weg der Einheit wandeln sollen und wie wir anderen helfen können, denselben Weg zu gehen. Es gibt einen wunderbaren Abschnitt aus einer Ansprache Abdu’l-Bahas, über den ich später sprechen werde. Den Abschnitt habe ich auswendig gelenrt. Er lautet:

 

„Baha’u’llah hat den Kreis der Einigkeit geschlagen. Er hat einen Plan geschaffen, um alle Völker zu vereinen und sie alle unter dem schützenden Zelt der allumfassenden Einheit zu versammeln. Dies ist das Werk der göttlichen Freigebigkeit, und wir alle müssen uns mit Herz und Seele mühen, bis wir die Einheit tatsächlich in unserer Mitte haben, und in dem Mass, in dem wir arbeiten, werden wir Kraft empfangen.“

 

 

 

 

Fortsetzung von Annas Präsentation

 

 

Anna berichtet ihrer Freundin:

Einige Jahre bevor Baha’u’llah Seine Sendung verkündete, sandte Gott einen besonderen Offenbarer, um Sein Kommen anzukünden. Dieser grosse Offenbarer bezeichnete Sich mit dem Titel „der Bab“, was Tor bedeutet. Er war tatsächlich ein Tor zum Göttlichen Wissen und zu einem neuen Zeitalter in der Menschheitsge-

schichte. Sechs Jahre lang lehrte Er ununterbrochen, dass das Erscheinen der neuen Offenbarung Gottes bevorstehe, und bereitete den Weg für Sein Kommen. Er sagte den Menschen, dass sie den Anbruch eines neuen Tages erlebten, den Anbruch des Verheissenen Tages Gottes. Er rief sie auf, ihre Herzen von irdischen Eitelkeiten zu reinigen, damit sie imstande wären, Ihn zu erkennen, Den Gott bald offenbaren würde. Tausende und Abertausende Menschen hörten auf die Botschaft des Bab und folgten Seinen Lehren. Aber die Regierung des Iran und die mächtigen Geistlichen, die über die Massen herrschten, erhoben sich gegen Ihn. Seine Anhänger wurden verfolgt und eine Vielzahl von ihnen umgebracht. Der Bab selbst wurde im Alter von 31 Jahren zum Märtyrer, als Er auf Weisung der Regierung durch ein Soldatenregiment auf einem öffentlichen Platz erschossen wurde. Damit du siehst wie durchdringend die Worte des Bab sind, möchte ich dir zwei Seiner Gebete vortragen:

 

„Gibt es einen Befreier von Schwierigkeiten ausser Gott? Sprich: Gelobt sei Gott! Er ist Gott! Alle sind Seine Diener und alle unterstehen Seinem Befehl.“

 

„Sprich: Gott genügt allen Dingen und über alle Dinge hinaus, und nichts in den Himmeln, auf Erden oder dazwischen kann genügen ausser Gott, deinem Herrn. Wahrlich Er ist der Wissende, der Erhalter, der Allmächtige.“

 

Viele Baha’i kennen vor allem das erste Gebet auswendig und sprechen es in schwierigen Zeiten laut oder in Gedanken. Wenn du möchtest, können wir hier eine kurze Pause machen und du kannst es auswendig lernen. Es ist wirklich einfach.

 

Nach Seinem Märtyrertod wurden die sterblichen Überreste des Bab durch Seine Anhänger in Sicherheit gebracht und von Ort zu Ort getragen, stets verborgen vor den Feinden des Glaubens. Schliesslich wurden sie zum Berg Karmel im Heiligen Land gebracht.

 

Hier habe ich einige Postkarten von Seinem Schrein in Haifa und einige andere Heiligen Orte dort und in Akka auf der anderen Seite der Bucht, die ich dir gerne zeigen möchte. Die benachbarten und ineinander übergehenden Städte sind heute das geistige und administrative Weltzentrum des Baha’i-Glaubens – das geistige Zentrum, weil hier die Schreine des Bab und Baha’u’llahs und auch viele andere Heilige Stätte sind, und das administrative Zentrum, weil sich der Sitz des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, der obersten regierenden Körperschaft des Glaubens, ebenfalls auf dem Berg Karmel befindet.

 

 

 

 

 

Der zentrale Gedanke in unserem Leben als Baha’i ist der, dass wir einen Bund mit Baha’u’llah eingegangen sind. Wie du weißt, hatten in allen anderen Religionen die Anhänger nach dem Hinscheiden des Offenbarers untereinander tausend Meinungs-

Verschiedenheiten, und als Ergebnis dessen spaltete sich die Religion in viele Sekten. Die Ursache der Uneinigkeit war manchmal das Streben nach Führerschaft seitens bestimmter ehrgeiziger Personen. Aber für den Fall, dass Meinungsverschie-

denheiten selbst zwischen ergebenen Gläubigen um die Frage entbrannte, was die Worte des Offenbarers bedeuteten, war niemand durch den Offenbarer selbst autorisiert worden, den Meinungsstreit zu beenden. Dies führte zu Konflikten und Spaltungen. Jede Interpretationsweise führte zur Gründung einer neuen Sekte.

 

Baha’u’llah beschützte Seinen Glauben vor solchen Spaltungen, indem Er ihn mit einer einzigartigen Macht ausstattete, der Macht des Bundes. Vor Seinem Hinscheiden legte Er in klarster Weise schriftlich fest, dass sich nach Ihm alle Baha’i Abdu’l-Baha zuwenden sollten. Abdu’l-Baha, Sein ältester Sohn, wurde dadurch zum einzigen Ausleger Seines Wortes und zum Mittelpunkt des Bundes ernannt. Er war durch Baha’u’llah selbst erzogen worden, hatte Seine Stufe bereits als Kind erkannt und hatte die Leiden Seines Vaters mit Ihm geteilt. Er ist ein einzigartiges Geschenk an die Menschheit, das vollkommene Beispiel aller Baha’i Lehren. Abdu’l-Baha lebte 77 Jahre in dieser Welt. Er wurde in derselben Nacht geboren, in der der Bab Seine Sendung im Jahre 1844 verkündete, und er verschied im November 1921. Sein Leben war voll von Schwierigkeiten, aber Er brachte jedem, der in Seine Gegenwart trat, höchste Freude und Glückseligkeit. Nach dem Hinscheiden Seines Vaters ruhte die Verantwortung für die Baha’i Gemeinde auf Seinen Schultern, und Er arbeitete Tag und Nacht dafür, den Glauben im Osten und im Westen zu verbreiten. Er schrieb Tausende von Sendbriefen an Einzelne und Gruppen überall auf der Welt und erklärte die Lehren Seines Vaters. Seine Interpretationen sind nun ein wesentlicher Teil des Schrifttums des Baha’i Glaubens.

 

Durch die Ausrichtung auf Abdu’l-Baha als den Mittelpunkt des Bundes Baha’u’llahs bleiben die Baha’ weltweit vereint in ihrem Bemühen, ein Baha’i-Leben zu leben und eine neue Kultur zu errichten. Wir wissen, dass wir als ein Teil unseres Versprechens an Baha’u’llah einander lieben sollen, und in Abdu’l-Baha sehen wir das vollkommene Beispiel eines Menschen, der liebt. Wir wissen, dass wir die Fehler anderer übersehen sollen, und durch das Beispiel Abdu’l-Bahas lernen wir Gerechtigkeit, Grosszügigkeit und Vergebung. Mehr als durch irgendetwas anderes sind wir uns dadurch, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf Abdu’l-Baha richten, unseres Bundes mit Baha’u’llah bewusst und lassen niemals zu, dass die Einheit Seiner Anhänger ge-

brochen wird. Als vereinte weltweite Gemeinschaft arbeiten wir, bis die Einheit der Menschheit fest begründet sein wird.

 

Schluss von Annas Präsentation

 

 

Anna sagt zu ihrer Freundin: Du bist dir sicher dessen bewusst, dass ich dich dazu einlade, dich einer Religion anzuschliessen und nicht bloss eine Sammlung netter Ideen anzunehmen. Tatsächlich ist der Baha’i Glaube eine gut organisierte Religion, dessen Ziel kein geringeres als die Vereinigung der gesamten Menschheit ist. Du kannst dir die Arbeit der Baha’i als den Aufbau einer Weltkultur vorstellen. Das Universale Haus der Gerechtigkeit erklärt uns, dass es drei an dieser Arbeit Beteiligte gibt, jeder mit einer sehr bedeutenden Rolle.

 

Der erste ist der einzelne Gläubige. Es ist die Pflicht dieses Einzelnen, fest im Bund zu stehen, täglich danach zu streben, sein Leben mit den Lehren Baha’u’llahs in Übereinstimmung zu bringen und der Menschheit zu dienen, stets dessen bewusst, dass das Leben nicht mit dem Tode endet und dass die persönliche Beziehung zu Gott ewig ist. Nachdem Tod werden unsere Seelen frei und setzen ihre Entwicklung hin zu Gott bis in alle Ewigkeit fort. Unser Leben hier ähnelt sehr dem Leben eines Kindes im Mutterleib. Gut neun Monate lang entwickelt das Kind Fähigkeiten und Werkzeuge – Augen, Ohren, Hände usw. die es in diesem Leben braucht. Ebenso müssen wir hier jene geistigen Fähigkeiten entwickeln, die wir für das Wachstum in den anderen Welten Gottes benötigen. Natürlich erreichen wir unser Ziel nicht allein dadurch, dass wir darüber nachdenken. Wir müssen tätig sein, unseren Mitmenschen dienen und unser erlangtes Wissen anderen mitteilen.

 

Der zweite Beteiligte ist die Gemeinde. Die Menschen wurden nicht dazu erschaffen, allein zu leben. Wir leben in Gemeinschaften und müssen beim Aufbau der neuen Kultur zusammenarbeiten. Die Gemeinschaft, oder Gemeinde, die uns am nächsten steht, ist die örtliche, welche sich aus den Baha’i unseres Heimatortes zusammensetzt. In dieser örtlichen Gemeinde lernen wir zusammenzuarbeiten, gemeinsam zu wachsen und einig zu werden. Wir sind aber nicht nur Mitglieder der örtlichen Gemeinde, sondern auch Mitglieder der nationalen Gemeinde und der weltweiten Baha’i-Gemeinde, die ständig wächst und Menschen aller religiösen Hintergründe, Rassen und Nationalitäten anzieht.

 

Das Universale Haus der Gerechtigkeit erklärt uns, dass die Institutionen des Glaubens die dritten Beteiligten beim Aufbau der neuen Kultur sind. Das Thema, über das wir etwas eingehender sprechen müssen, wenn wir uns mit dem Bund befassen. Für jetzt möchte ich nur sagen, dass es viele Gebote Baha’u’llahs gibt, die sich darauf beziehen, wie die Gesellschaft organisiert sein sollte. In der Vergangenheit haben die Manifestationen Gottes nicht viel darüber geäussert, wie sich ihre Anhänger organisieren sollten, und die Menschen mussten selber einen Weg finden. Aber im Fall des Baha’i-Glaubens brachte uns Baha’u’llah Selbst eine Gemeindeordnung, und legte fest, welche Institutionen wir schaffen müssen, wie sie funktionieren und wie die Menschheit regiert werden sollte.

 

Wir haben bereits über das Universale Haus der Gerechtigkeit, die höchste Körperschaft, gesprochen. In jedem Land wählen die Baha’i  jedes Jahr den Nationalen Geistigen Rat und in jedem Ort den Örtlichen Geistigen Rat. Das ist die Institution, die du am schnellsten kennen lernen wirst. Es gibt keine Priester oder Kleriker im Baha’i Glauben, und es ist der Örtliche Geistige Rat, der die Belange der Gemeinde leitet und sich um das Wohlergehen der einzelnen kümmert. Ein Örtlicher Geistiger Rat besteht aus neun Mitgliedern, die in einer geistigen Atmosphäre von allen erwachsenen Gläubigen dieser Gemeinde durch geheime Stimmabgabe gewählt werden. Die Geistigen Räte sind für die Baha’i sehr wichtig. Durch sie lernen wir, wie die Belange der Menschen verwaltet werden sollen und wie eine neue Ordnung in der Gesellschaft aufgebaut werden kann, eine Ordnung, die schliesslich zur Weltordnung Baha’u’llahs werden wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zweites Prinzip: Die Einheit der Menschheit

  

Gestern sprach ich über das erste Prinzip der Lehre Baha’u’llahs, „Die Suche nach Wahrheit“, und darüber, wie notwendig es für den Menschen ist, dass er alles beiseite legt, was im Grunde auf Aberglauben beruht, sowie auch jede Überlieferung, die seine Augen gegenüber der in allen Religionen liegenden Wahrheit blind zu machen vermöchte. Während er eine Religionsform liebt und an ihr hängt, darf er sich nicht gestatten, dass er alle übrigen verabscheut. Es ist erforderlich, dass er in allen Religionen nach Wahrheit sucht, und wenn sein Suchen ernst ist, wird er gewiss erfolgreich sein.

Die erste Entdeckung, die wir in unserer „Suche nach Wahrheit“ machen, führt uns zum zweiten Prinzip, welches die „Einheit der Menschheit“ ist. Alle Menschen sind Diener des einen Gottes. E i n Gott herrscht über alle Nationen der Welt und hat an all Seinen Kindern Freude. Alle Menschen gehören zu e i n e r Familie. Die Krone der Menschheit ruht auf dem Haupte eines jeden Menschen.

In den Augen des Schöpfers sind alle Seine Kinder gleich. Seine Güte ergiesst sich über alle. Er begünstigt weder das eine noch das andere Land. Alle sind in gleicher Weise Seine Geschöpfe. Da dies so ist, warum dann sollten wir Trennungslinien ziehen, die eine Rasse von der anderen scheiden? Warum dann sollten wir Schranken des Aberglaubens und der Überlieferung errichten die Uneinigkeit und Hass unter die Menschen bringen?

Der einzige Unterschied zwischen den Gliedern der menschlichen Familie liegt in ihrer Stufe.  Einige sind wie unwissende Kinder, die erzogen werden müssen, bis sie die Stufe der Reife erlangen. Andere sind wie Kranke und müssen zart und sorgfältig behandelt werden. Keines von ihnen ist schlecht oder böse. Wir dürfen uns nicht von diesen armen Kindern abgestossen fühlen. Wir müssen mit grosser Güte behandeln, die Unwissenden belehren und die Kranken zärtlich hegen.

Bedenkt: die Einheit ist nötig für das Dasein. Liebe ist die wahre Ursache des Lebens, während Trennung Tod bringt. In der Welt der materiellen Schöpfung z. B. verdanken alle Dinge ihr gegenwärtiges Leben der Einheit. Die Urstoffe, aus denen das Holz, das Mineral oder der Stein bestehen, werden durch das Gesetz der Anziehung zusammengehalten. Hörte dieses Gesetz nur einen Augenblick lang auf zu wirken, so würden diese Elemente ihren Zusammenhalt verlieren, sie würden auseinander fallen und der Gegenstand in dieser besonderen Form würde nicht mehr bestehen. Das Gesetz der Anziehung hat gewisse Urstoffe in der Form dieser schönen Blume zusammengebracht; wird aber jene Anziehung aus diesem Mittelpunkt zurückgezogen, so wird die Blume zerfallen und ihr Bestand als Blume enden.

So ist es auch mit dem grossen Körper der Menschheit. Das wunderbare Gesetz der Anziehung, des Einklangs und der Einheit hält diese wundersame Schöpfung zusammen.

Wie es mit dem ganzen ist, so ist es auch mit den Teilen: Gleichviel ob Blume oder menschlicher Körper, wenn das Prinzip der Anziehung daraus zurückgezogen wird, so stirbt die Blume wie der Mensch. Es ist darum klar, dass Anziehung,  Einklang und Liebe Ursache des Lebens sind, wogegen Abstossung, Misshelligkeiten, Hass und Trennung Tod bewirken.

Wir haben gesehen, dass alles, was Spaltung in die Welt des Daseins bringt, den Tod verursacht. In gleicher Weise wirkt das nämliche Gesetz in der Welt des Geistes.

Darum sollte jeder Diener des einen Gottes dem Gesetz der Liebe folgen und jederlei  Hass, Uneinigkeit und Streit vermeiden. Wenn wir die Natur betrachten, so finden wir, dass sich die sanftmütigeren Tiere zu Rudeln und Herden zusammenschliessen, während die wilden, reissenden Geschöpfe, wie der Löwe, der Tiger und der Wolf, ihr Leben im Dickicht der Wälder fern der Zivilisation verbringen. Zwei Wölfe oder zwei Löwen vermögen in Freundschaft miteinander zu leben, tausend Lämmer jedoch vermögen den gleichen Pferch zu teilen und Scharen von Rotwild eine Herde bilden. Zwei Adler können am gleichen Platz horsten, doch tausend Rehe sich in e i n e m Raume sammeln.

Der Mensch sollte zumindest zu den sanftmütigen Tieren zählen; doch wenn er ergrimmt, wird er noch grausamer und heimtückischer als die wildesten Geschöpfe der Tierwelt!

Heute hat Baha’u’llah die „Einheit der Menschenwelt“ verkündet. Alle Völker und Nationen gehören e i n e r Familie an, sind Kinder e i n e s Vaters und sollten zueinander wie Brüder und Schwestern sein. Ich hoffe, dass ihr euch bemühen werdet, diese Lehren zu leben und zu verbreiten.

Baha’u’llah hat uns gelehrt, auch unsere Feinde zu lieben und zu ihnen wie Freunde zu sein. Wenn alle Menschen diesem Prinzip gehorchten, so würde dadurch die grösste Einigkeit und Einsicht in den Menschenherzen begründet werden.

Abdu’l-Baha, aus Ansprachen in Paris , 11. Nov. 1911

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22.8.08

 

Auf dem Friedhof Sihlfeld ist Gladys Vautier bestattet, ebenso ihr Sohn und ihre Schwiegertochter, die Eltern von Pater Paul Vautier

 

 

 

Heute war ich auf dem Grabfeld von Gladys Vautier. Plötzlich verspüre ich ein leichtes Stechen auf meiner Hand. Es war ein Marienkäfer, der sich da niedergelassen hatte. Für mich ein besonderes Zeichen vom Himmel.

 

 

 

 

"...himmelwärts!"

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